„Hohe Mieten, viel Leerstand, wenig Einkommen. Diese Kombination gibt es in Bremen kein zweites Mal.“ so Johanna Rose-Jastram, von dem Team von Data Atlas (Weser-Kurier).
Die Ausstellung Data Atlas widmet sich diesem Widerspruch. Für viele Menschen ist die Bremer Bahnhofsvorstadt vor allem ein Durchgangsort, ein Verbindungsraum zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt. Dabei treffen hier soziale Konflikte wie Leerstand und Sucht auf die überholten Visionen einer modernen Nachkriegsstadtplanung sowie hohe Mieten, die durch spekulative Immobilienwirtschaft begünstigt werden.
Mit einer ehemaligen Sparkassenfiliale am Dobben, am Eingang zur Bahnhofsvorstadt aus Richtung des Viertels, findet Data Atlas einen Ausstellungsort, der die Widersprüche des Stadtteils räumlich aufgreift. Von hier aus richtet das Projekt den Blick auf die Geschichte der Bahnhofsvorstadt und fragt danach, welche städtebaulichen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen ihren gegenwärtigen Zustand prägen und aufrechterhalten. Wer profitiert von diesen Verhältnissen? Und welche Perspektiven bleiben dabei unberücksichtigt?
Data Atlas lädt dazu ein, genauer hinzuschauen, vermeintlich vertraute Orte neu zu lesen und die Strukturen zu hinterfragen, die den urbanen Raum und seine Nutzung bestimmen.
Das Projekt entsteht im Rahmen des Close-up-Stipendiums der nordmedia. Beteiligt sind Johanna Rose-Jastram, Kristina Schmidt, Philipp Buhlmann und Paul Stümpel.
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