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Galopprennbahn Bremen

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Die Anlage

Die Galopprennbahn ist 2.000 Meter lang. Auf der Bahn fanden Rennen auf der Flachbahn, aber auch Jagdrennen mit Sprüngen diagonal durch die Bahnmitte statt. Die Zuschauer*innen konnten das Rennen auf einer überdachten, historischen siebenachsigen Tribüne verfolgen mit einem seitlichen viergeschossigen Turm. Der Führring ist allgemein einsehbar. Betrieben wurde die Anlage durch den Bremer Rennverein von 1857. Fremdveranstalter nutzen die Anlage an rennfreien Tagen im Inneren des Geläufs für u. a. Public Viewing, Events oder Konzerte sowie als Golfanlage. Am Rande steht seit 2005 ein Hotel mit einem Derby-Restaurant.

Geschichte

1857 wurde der Bremer Reit-Club – ab etwa 1907 unter dem Namen Bremer Rennverein geführt – von Bremer Kaufleuten gegründet. Wo das erste Pferderennen in Bremen stattfand ist unbekannt. 1858 fanden Rennen auf dem Hastedter Suhrfeld bei der Suhrfeldstraße statt. Der Reit-Club kaufte um 1900 ein Gelände in Hemelingen und baute die Galopprennbahn. Der Kaufmann und Ölimporteur Franz Ernst Schütte trug einen großen finanziellen Anteil zum Bau der Tribüne mit damals 1000 Sitzplätzen bei. Seit 1907 wurden hier die regelmäßigen Rennen veranstaltet. 1967 wurde der Bremer Kaffeekaufmann Walther J. Jacobs Präsident des Rennvereins. Jacobs war dem Pferdesport seit seiner Jugend auf dem väterlichen Hof in Bremen-Borgfeld verbunden. 1958 erwarb er in Sottrum den Fährhof und züchtete dort Hannoveraner und seit 1961 nur noch Englisches Vollblut. Der Galopprennsport in Bremen erlebte durch Jacobs seinen großen Aufschwung. Der Standort wurde zu einem der größten Trainingsplätze in Deutschland. Bekannter Trainer war Adolf Wöhler.[3]

In den 1970er Jahren gab es Planungen zum Verkauf des 30 Hektar großen Geländes für 35 Millionen Mark an die Neue Heimat, die dort Wohnungen bauen wollte. Die Stadt
Bremen änderte jedoch den Flächennutzungsplan nicht und bot dem Rennverein stattdessen sechs Millionen Mark, so dass hier die Zukunft des Reitsports gesichert war.[4] Größere Rennen fanden statt wie unter anderen die Derbyvorprüfung Consul Bayeff-Rennen (später swb Derby Trial). Zahlreiche Sieger in Bremen waren später Teilnehmer im wichtigsten Galopprennen Deutschlands, dem Deutschen Derby in Hamburg; Sieger in beiden Rennen war 1999 Belenus. 1999 gründete der Verein zum Betrieb die Bremer Rennbahn GmbH. Von 2000 bis 2002 wurde die Bremer Galopprennbahn modernisiert und die Tribüne verlängert. Seit 2005 gab es einen Golfplatz und ein Hotel auf der Anlage. Die Pferde wurden im Ortsteil Bremen-Mahndorf trainiert.

2010, nach dem Wegfall von Subventionen der Stadt in Höhe von 830.000 Euro pro Jahr, geriet der Bremer Rennverein in eine Krise, die Verluste konnten danach nur noch teilweise ausgeglichen werden. Die neue Anlage am Stadtrand in Mahndorf, die auch als Alternative zu der bisherigen Anlage in der Vahr vorgesehen war, erwies sich als nicht wirtschaftlich tragfähig.[5] Der Galopprennsport erlitt in Deutschland einen Rückgang, so z. B. fand auch auf der Galopprennbahn Frankfurt 2015 das letzte Pferderennen statt. Im Rennjahr 2015 wurden in Bremen noch sechs Rennen gestartet, welche insgesamt 13.000 Zuschauer sahen. Zum Erntedank-Renntag kamen jedoch nur rund 2100 Zuschauer*innen.[6]

Es sollen nun auf dem Gelände nach 2019 bis zu 1.000 Wohnungen für 2.000 bis 3.000 Menschen geschaffen werden. Bausenator Joachim Lohse (Grüne) begründete das u. a.: „Wir können es uns nicht leisten, ein so großes Areal mitten in der Stadt weitgehend ungenutzt liegen zu lassen, nur damit dort ab und zu Pferdchen im Kreis herumlaufen“.[7] Der Pachtvertrag wurde deshalb von der Stadt Bremen gekündigt. Eine Bürgerinitiative sammelte erfolglos 5.019 Unterschriften für den Erhalt der Rennbahn. Im Oval der Rennbahn betreibt zudem GolfRange eine Golfanlage mit einem Pachtvertrag bis 2034. Bremen hat sich aus diesem laufenden Vertrag herausgekauft. Ab 2020 kann auch diese Fläche für die neue Nutzung verwertet werden.[8] 2017 fanden mehrere Rennen statt, so auch der Erntedank-Renntag. Für eine Zwischennutzung der Galopprennbahn gibt es einen neuen Betreiber. Ein Gestüt aus Hildesheim will dort seine Pferde trainieren.

Die Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen möchte das Gelände erhalten.[9] Sie hat ein Volksbegehren gegen die Bebauung beantragt. Mehr als 4000 Unterschriften wurden Mitte 2018 dem Wahlamt in Bremen übergeben.[10] 2019 hat die Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen durch eine Volksabstimmung im Mai 2019 eine Bebauung des Geländes verhindert. 
(c) Wikipedia 2020

Profil

Baujahr:
2020
Fläche:
34.000 m2
Ebenen:
0
Leerstand seit:
01.07.2020

Fotos

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