ZwischenZeitZentrale Bremen

Ehemaliger Supermarkt wird zum Atelier

Eintrag von am 25.02.2021

Die erste Schaufensterausstellung des neuen Künstlerkollektivs
Die erste Schaufensterausstellung des neuen Künstlerkollektivs "Vitrine381" läuft bis 14. März. Aufgebaut haben sie unter anderem Nanana Kobakhidze (v.l.), Benjamin Schlemmer und Lotta Stöver. (Roland Scheitz)


Zwar sind weiterhin viele Geschäfte geschlossen, ein Schaufensterbummel zur Gröpelinger Heerstraße 381 lohnt sich aber trotzdem: Im 30 Meter langen Schaufenstern des ehemaligen Supermarktes ist nämlich seit Montag, 22. Februar, Kunst zu sehen. Noch bis zum 14. März werden dort nun vollkommen coronakonform an der frischen Luft Medien- und Videokunst, Gemälde und Zeichnungen gezeigt. Ein Besuch lohnt sich vor allem auch in den Abendstunden – dann strahlen die beleuchteten Installationen und Rahmen gemeinsam mit Projektionen und Bildschirmen aus dem Schaufenster bis auf den Gehweg.

Organisiert hat die Aktion „Vitrine381“ ein loses Kollektiv von Studierenden der Hochschule für Künste (HfK) und der Uni Bremen, die die Vonovia-Immobilie nun ein Jahr lang als Atelier, Werkstatt und Ausstellungsraum nutzen. Mit 600 Quadratmetern Fläche bieten die Räume gute Möglichkeiten, dort gemeinsam und trotzdem mit viel Abstand kreativ zu arbeiten. Natürlich würden die angehenden Künstlerinnen und Künstler ihr neues Domizil gerne für interessierte Besucher öffnen und sich mit diesen austauschen. Deshalb sollen auf jeden Fall weitere kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Lesungen folgen, sobald dies wieder möglich ist.

Vermittelt hat die Räumlichkeiten die Zwischenzeitzentrale (ZZZ). „Wir hatten immer wieder Anfragen von einzelnen Studierenden, die Räume zum Arbeiten suchten. Die konnten wir hier zusammenbringen“, sagt Daniel Schnier, der als Teil des ZZZ-Teams seit März 2010 im Auftrag des Landes Bremen dafür sorgt, dass leer stehende Gebäude und Brachflächen durch zeitlich befristete Projekte wieder aus ihrem – zum Teil jahrelangen – Tiefschlaf gerissen und so lange mit Leben gefüllt werden, bis sich eine langfristige Perspektive für sie findet.
(c) Weser Kurier, BTAG, Bremer Tageszeitungen AG, Martinistraße 33, 28195 Bremen, Text: Anne Gerling, Foto: Roland Scheitz, 25.02.2021