ZwischenZeitZentrale Bremen

Spinnen in Kattenturm

Eintrag von am 24.08.2017

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Unter dem Motto „MITMACHEN UND SCHÄTZE HEBEN“ lud das Quartiersmanagement Kattenturm & Arsten-Nord vom 14. bis 18. August 2017 zu einem dicht gefüllten Programm ein. Aktionen, die von Stadtteilrundgängen bis zu einer internationalen Suppenstraße reichten, machten auf aktive BewohnerInnen und Initiativen im gesamten Quartier aufmerksam. Die ZZZ ZwischenZeitZentrale Bremen beteiligte sich mit einer Auftaktveranstaltung am Aktionsprogramm. Die blau beklebte Fassade des Ortsamts und eine Mitmach-Aktion auf dem Platz machte den Start des Programms im Zentrum des Quartiers sichtbar.

Kattenturm liegt im Süden Bremens und ist Teil des Stadtteils Obervieland. Die Großwohnsiedlung Kattenturm-Mitte entstand im Zuge des Baus des Klinikums Links der Weser. Rund um das Quartierszentrum am Kattenturmer Markt befindet sich eine überwiegend drei- bis viergeschossige Bebauung, die durch mehrere bis zu dreizehnstöckigen Hochhäusern ergänzt wird. Nach der Entstehung in den 1960er und 70er Jahren folgte später eine Erweiterung durch Geschossbebauung und Einfamilienhäuser. In Kattenturm leben heute etwa 13.000 Menschen.

Das Quartier wird seit den 1990er Jahren zu den benachteiligten Gebieten in Bremen gezählt. Es war Teil des Sanierungsprogramms des Senats und wurde in das Förderprogramm Wohnen in Nachbarschaften – WiN – aufgenommen. Viele Akteure in Kattenturm arbeiten daran, Lösungen für Leerstände zu finden, das Angebot an sozialer Infrastruktur und Nahversorgung zu stärken und das nachbarschaftliche Gefüge im Quartier zu verbessern. Im Rahmen der Aktionswoche wurde eingeladen, den Stadtteil und laufende Projekte in Kattenturm kennenzulernen.

Die ZZZ ZwischenZeitZentrale suchte im Zentrum des Quartiers mit einer Installation den Kontakt mit den AnwohnerInnen. Der Platz vor dem Ortsamt Obervieland wird überwiegend als Bewegungsraum genutzt. BesucherInnen kommen hier an der zentralen Tram-Haltestelle an, erreichen das Nahversorgungszentrum und öffentlichen Einrichtungen hier. Der Platz ist geprägt von einer Kirschbaumgruppe, Fahrradständern und Straßenbeleuchtung. Aufenthaltsmöglichkeiten bietet der Platz dabei wenig. Es ist ein Transitraum, keine Möglichkeit des Verweilens.

Ein raumgreifendes Netz begrüßt AnwohnerInnen an diesem Montag am Eingang des Quartiers. Fäden bilden zwischen Bäumen, Laternen und Anderem ein komplexes Konstrukt. Sie reichen von der Spitze der Laterne bis in den dritten Stock des anliegenden Hochhauses. Die Installation greift in den Alltag der PassantInnen ein. Sie müssen sich vorbeischlängeln, Schulkinder stellen Fragen und spielen im Netz Fangen. Über den Tag wächst das Netz gemeinsam mit vorbeikommenden AnwohnerInnen aller Altersstufen. Mit jeder Hand wird das Netz komplexer, jedeR HelferIn geht dabei unterschiedlich vor. Ob es eine konzentrierte Arbeit an einem Bereich ist oder stürmische Kindergruppen, die durch das gesamte Netz spinnen. Das Netz erregt dabei Aufsehen und erzeugt Gesprächsbedarf. Der Platz wird zum Spielplatz vieler Kinder, die nach der Schule ihren Nachmittag dort verbringen. Es wird sich unterhalten, Eis gegessen, ein Wettrennen veranstaltet. Den Höhepunkt des Tages bildet abends ein Konzert im kunstvoll beleuchteten Netz. Die weißen Fäden werden bunt und verstärken so die Anziehungskraft der Installation. Anwohner*innen lauschen dem GlasDuo. Das Duo aus Vyara Mladenova (Violine) und Hannah Craib (Bratsche) bespielt den Platz in die Abendstunden hinein. Ein ereignisreicher Tag in der Kattenturmer Mitte findet so einen gebührenden Abschluss!

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